Zu Besuch bei den Wikingern

Nicht erst seit der Serie VIKINGS übt diese Kultur eine unbestreitbare Anziehung auf viele Menschen aus. Daher lag nichts näher, als während unseres Urlaubs an der Ostsee einen Abstecher nach Haithabu, nördlich von Kiel, zu machen.

Nach der Völkerwanderung, in der viele Sachsen und Angeln nach England auswanderten, drangen Dänen und Jüten in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts von Norden bis zur Schlei und zur Eckernförder Bucht vor. Das Gebiet scheint zu diesem Zeitpunkt nur noch dünn besiedelt gewesen zu sein. Spätestens um 770 wurde dann Haithabu gegründet und sehr bald der bedeutendste Handelsplatz der Dänen. Durch die Zerstörung eines konkurrierenden slawischen Handelsplatzes im Jahr 808 und die anschließende Zwangsumsiedlung zumindest der dänischen Kaufleute nach Haithabu entwickelte sich die Stadt rasch zur überregional bedeutenden Handelsstadt.
Seit 811 markierte die einige Kilometer südlich fließende Eider die Grenze zum Frankenreich, was die Bedeutung Haithabus noch vergrößerte. Die Lage des Ortes war sehr günstig, denn die Schlei, ein langer Arm der Ostsee, war schiffbar, und zugleich verlief hier die uralte Nord-Süd-Route, der Ochsenweg. Wahrscheinlich wurden hier zudem Handelsgüter verladen, die über Land nur wenige Kilometer weit bis zur Eider gebracht und von dort weiter zur Nordsee verschifft wurden.

Haithabu lag im äußersten Süden des von Wikingern besiedelten Gebietes. Hier wurden auch eigene Münzen geprägt. Zu dieser Zeit war die Siedlung mit mindestens 1500 Einwohnern der bedeutendste Handelsplatz für den westlichen Ostseeraum.
Obwohl ein neun Meter hoher Wall mit Palisade die Handelsstadt umgab, wurde sie im Jahr 1050 in einer Schlacht zerstört. Sie wurde danach nur teilweise wiederaufgebaut und 1066 von slawischen Stämmen geplündert und gebrandschatzt. Die Einwohner verlegten die Siedlung daraufhin nach Schleswig – auf das andere Ufer der Schlei – und bauten Haithabu nicht wieder auf. Gemeinsam mit der Schlacht von Stamford Bridge im selben Jahr markiert die Zerstörung und Aufgabe von Haithabu das Ende der Wikingerzeit.

Egal bei welchem Wetter (bei uns hat es immer wieder kurz geregnet) – ein Besuch in Haithabu ist absolut zu empfehlen. Zudem kann man einen Besuch mit einer kleinen oder größeren Rundwanderung zu weiteren Sehenswürdigkeiten des Danwerks verbinden. Der kürzere Rundwanderweg ist ca. 3 km lang und führt über die Noorbrücke, vorbei am Königsstein, immer entlang der See. Man sollte jedoch gut zu Fuß sein, denn schmale Wegstellen und Treppen sind auf dem ganzen Weg zu finden. Und wer danach in gemütlicher Atmosphäre eine kleine Stärkung braucht, dem sei das „Odins Haddeby“ dirket gegenüber der Kirche und der Museumsanlage wärmstens empfohlen. Leckere norddeutsche Gerichte, frisch zubereitet und in wundervollem Ambiente serviert. Ein absoluter Top-Tipp.

 

Mehr zu Haithabu gibt es unter:  https://haithabu.de

Und hier geht’s zu Odins Haddeby: https://www.odins-haddeby.de/

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